Wir wissen ja schon eine Weile, dass Motorola das Razr zurückbringen will. Jetzt ist die Neuauflage offiziell und läutet damit die Rückkehr des Klapphandys ein. Im Gegensatz nämlich zu anderen Smartphones mit flexiblem, klappbarem Display setzt Motorola wie schon beim Original darauf, dass Device horizontal aufklappen zu können. Während andere Modelle der Konkurrenz ein großes Smartphone durch Aufklappen auf Tablet-Größe bringen, haben wir in diesem Fall also ein eher kompaktes Gerät, welches durch Aufklappen normale Smartphone-Maße annimmt mit einer Display-Diagonale von 6,2 Zoll. Folgender Clip zeigt euch, was Motorola da aus dem Hut gezaubert hat:

Das 6,2 Zoll große pOLED-Display im 21:9-Format löst — lediglich — mit 2142 x 876 Pixeln auf, also unterhalb einer FullHD-Auflösung. Dafür gibt es aber noch ein externes Display, welches ihr nutzen könnt, wenn das Razr zugeklappt ist. Dieses zweite, 2,7 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 600 x 800 Pixeln, kommt also im 4:3-Format. Auf diesem Screen habt ihr dann die Möglichkeit, Benachrichtigungen zu sehen und auch zu beantworten. Von hier aus könnt ihr aber nicht nur auf Nachrichten antworten, sondern auch eure Musik steuern, Anrufe tätigen, fotografieren, bezahlen und auf die wichtigsten, individuellen Schnelleinstellungen (beispielsweise Hotspot, Bluetooth, etc) zugreifen.

Unter der Haube schlägt ein Qualcomm-Snapdragon-Herz, genauer gesagt der Snapdragon 710 mit acht Kernen, die bis 2,2 GHz takten. 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB interner Speicher bietet Motorola auf, dazu leider recht knapp bemessene 2.510 mAh Kapazität beim Akku. Immerhin kann der aber dank der “TurboPower”-Schnelllade-Funktion sehr flott wieder dafür sorgen, dass das Smartphone ein paar weitere Stunden durchhält.

Was die Kameras angeht, so findet ihr im Hauptdisplay oben eine kleine Notch, in der sich die Selfie-Cam mit 5 Megapixeln befindet. Auf der Rückseite findet ihr die Hauptkamera mit 16 Megapixeln, die beim zugeklappten Smartphone ebenfalls zur Selfie-Cam mutiert, wobei ihr als Sucher das externe Display nutzen könnt.

Was die Software angeht, habe ich eine gute und eine weniger gute Nachricht: Die nicht so gute ist, dass ihr hier noch Android 9 Pie vorfindet, also nicht die aktuellste Version des Betriebssystems. Die ist dafür aber pur, also nicht mit irgendwelchen Software-Spielereien des Herstellers aufgeblasen. Finde ich persönlich ein wenig schade, weil gerade Motorola durch die Google-Nähe stets sehr flott dabei war, was aktuelle Software angeht. Allerdings wird das Gerät eh erst in der ersten Hälfte 2020 in Deutschland ankommen, da sollte durchaus ein entsprechendes Update auf Android 10 drin sein.

Ein Design-Statement

Wir haben unterm Strich also ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse, was die Technik angeht in Kombination mit einem Betriebssystem, welches nicht brandaktuell ist. Dank künstlicher Intelligenz und einigen smarten Features will man jedoch dem Nutzer dennoch eine sehr ansprechende Experience bieten.

 

Der eigentliche Star beim Motorola Razr in diesem Fall ist also zweifellos das Design. Das geht logischerweise mit dem Formfaktor los, der gleichzeitig an das einstige Kult-Handy Motorolas erinnert und sich zudem von aktuellen Designs der Konkurrenz abhebt. Motorola setzt auf rostfreien Premium-Stahl und 3D Gorilla Glas, um das Razr so kompakt wie möglich zu gestalten. Das dürfte aber nicht helfen, das faltbare Display ebenso robust hinzubekommen.

Dafür hat man aber immerhin ein ganz neues, durchgehendes Scharnier entworfen, so dass die beiden Hälften des Smartphones perfekt aufeinander liegen. Sieht klasse aus und hilft natürlich auch dafür, dass Schmutz eindringen kann. Das kurze Video zeigt das Scharnier ausführlich:

Wasserdicht ist das schwarze Klapphandy allerdings nicht, durch ein spezielles Coating aber immerhin geschützt vor Spritzwasser. Ihr dürft es also nicht ins Wasser fallen lassen, ein umgekipptes Getränk, Schweiß oder auch ein paar Regentropfen sind allerdings kein Problem fürs Razr.

Preis und Verfügbarkeit

Das Motorola Razr wird ab Dezember in ausgewählten Märkten Europas verfügbar sein. In Deutschland erfolgt der Markstart allerdings erst im ersten Halbjahr 2020, wie Motorola in der Presseerklärung mitteilt. Einen Preis nennt Motorola leider noch nicht, allerdings wird für die USA eine Summe von 1 500 US-Dollar aufgerufen.

Das ist eine ordentliche Stange Geld, die zwar noch nicht hundertprozentig auf den deutschen Preis schließen lässt, aber zumindest wissen wir, wohin die Reise ungefähr geht. Damit ist Motorola natürlich immer noch signifikant günstiger als beispielsweise Samsung bei seinem Galaxy Fold. Meiner Meinung nach sollte bei einem Preis von 1.500 Dollar zumindest aber sichergestellt werden, dass man nicht nur ein tolles Design und ein fortschrittliches Display verbaut, sondern auch für ein entsprechendes Innenleben sorgt. Kamera, Prozessor und Akku sind hier allenfalls als Mittelklasse einzusortieren, da ist mir so eine Summe trotz spannendem Designs einfach ein bisschen zu happig. Wie seht ihr das?