Der OSMF-Vorstand hat gestern in seiner monatlichen Vorstandssitzung die Annahme eines neuen Grundwerte-Dokuments beschlossen, nachdem dieses zweieinhalb Stunden vorher den OSMF-Mitgliedern vorgestellt worden war. Ich möchte hier den Inhalt dieses Dokumentes kritisch beleuchten.

Warum mach ich dies auf Deutsch? Zum einen, weil ich vor einiger Zeit beschlossen habe, Diskussionen zum Themenkomplex Vielfalt und Werte in OpenStreetMap bevorzugt nicht mehr auf Englisch zu führen, um den englischen Muttersprachlern zu verdeutlichen, dass sie nicht die Deutungshoheit über die verwendeten Begriffe fordern können. Zum anderen weil die deutsche Sprache über das einzig passende Genre für diese Arbeit verfügt – den Verriss.

Die Vorgeschichte

Die Vorgeschichte kurz zusammengefasst: Nach den letzten OSMF-Vorstandswahlen gab es einige Unzufriedenheit mit den Ergebnissen von Seiten solcher, die sich etwas anderes gewünscht hatten. Und weil Twitter ja bekanntlich gut geeignet zum kollektiven Empören ist, entlud sich da ein veritables OSM-Bashing mit dem Grund-Tenor, dass es Zeit wird, dass diese Domäne des Patriarchats endlich mal anständig eingenordet wird entsprechend der Werte und Grundsätze, die man in dieser Filterblase nun mal so hat.

Und dem neu gewählten OSMF-Vorstand ging deswegen anscheinend ein bisschen der Arsch auf Grundeis. Das führte im ersten Vorstands-Treffen im Dezember zum unerwarteten Vorschlag von Guillaume, doch eine Diversity-Arbeitsgruppe zu gründen. Ich schrieb dazu bereits einen ziemlich kritischen Kommentar und auch ansonsten war die Reaktion eher verhalten. Es gab dann im neuen Jahr von Mikel einen Tagebuch-Eintrag aber außer einigen Detail-Kommentaren und den üblichen politischen Positionierungen kam da öffentlich nicht viel bei raus. Was ja auch verständlich ist. Wenn der Vorstand sich mit dem Vorhaben aus dem Fenster lehnt, von oben herab eine Arbeitsgruppe zu gründen, dann warten die meisten erst mal ab, wohin die Reise denn gehen soll. Ansonsten ist zumindest für Außenstehende sichtbar nicht viel passiert bis dann Guillaume wenige Stunden vor der Vorstandssitzung das jetzt beschlossene Dokument präsentierte.

Das Problem, vor dem der Vorstand stand war, dass anscheinend so abstrakt wie man das Vorhaben einer Diversity-Arbeitsgruppe präsentiert hat niemand sich dafür vor den Karren spannen lassen wollte. Also dachte man sich wohl, da muss man als Vorstand ein bisschen Vorarbeit leisten, um dem Vorhaben den nötigen Schups zu geben. Also muss ein Grundlagen-Dokument her. Etwas, womit sich Leute identifizieren können und was Leute motiviert, sich dafür zu engagieren. Aber woher nehmen wenn nicht stehlen? Oh, warte – in der Welt freier Lizenzen ist das mit dem Stehlen ja kein Problem. Wo bedient man sich also, wenn man in einer Organisation mit englischsprachiger Dominanz nach einem Grundlagen-Dokument zum Thema Diversity sucht? Richtig: In einem noch stärker englischsprachig und anglo-amerikanisch kulturell dominierten Technologie-Projekt, in diesem Falle Python.

Als der Link zum Python-Projekt zusammen mit einem Verweis zu Twitter dann ohne weitere Erläuterungen vor einiger Zeit auf der Agenda der Vorstandssitzung auftauchte war das erstmal Facepalm-würdig – aber ich dachte mir ursprünglich auch: Da sind erfahrene Leute im Vorstand und ich hab ja nun wahrlich genau wie viele andere oft genug herausgestellt, dass OpenStreetMap eben kein 08/15 Tech-Projekt ist und muss das jetzt nicht noch mal Oberlehrer-haft wiederholen…

Der Text

Aber genug der Vorgeschichte, schauen wir uns den Text halt mal an.

Das Ganze ist kein praktisches Regelwerk mit Geboten und Verboten, es handelt sich um eine allgemeine Bekundung von Werten und Absichten. Aber im Gegensatz zu unserem traditionellen Grundwerte-Dokument, welches Grundwerte des Projektes beschreibt und apellativ dem Leser nahe liegt, welchen Grundsätzen dessen Beteiligung am Projekt entsprechen sollte, erhebt dieses neue Dokument den Anspruch, in der Wir-Form für das Projekt und alle an ihm Beteiligten zu sprechen. Es steht also nicht mehr im Vordergrund, dem Einzelnen zu erläutern, unter welchen Parametern seine oder ihre Beteiligung am Projekt akzeptabel und wünschenswert ist, während er/sie außerhalb des Projektes tun und lassen kann, was er/sie möchte, sondern es wird kollektiv für die gesamte Gemeinschaft ein Grundwerte-System definiert, dem man sich als entweder unterordnen kann, oder man ist halt nicht Mitglied dieser postulierten Gemeinschaft.

Dass gleichzeitig behauptet wird, dass Alle, wirklich Alle willkommen sind, gehört zu den fundamentalen Widersprüchen und Problemen des Dokuments. Hierdurch wird ein wahrhaft absolutistischer Anspruch dieser Grundwerte postuliert. Ausschließlich die Akzeptanz dieses Grundwerte-Kanons entscheidet darüber, ob jemand zu der Gemeinschaft gehört oder nicht. Und das bedeutet am Ende dann natürlich auch, dass die Akzeptanz und Wertschätzung der traditionellen Grundwerte des Mappings in OpenStreetMap nicht zwingend erforderlich ist. Diese sind – ohne dass dies explizit erwähnt wird – aufgrund der absolutistischen Feststellung, dass wirklich ausnahmslos jeder, der sich diesen neuen Grundwerten unterordnet, willkommen ist, diesen klar untergeordnet. Ich habe ja bei mehreren Gelegenheiten in der Vergangenheit bereits dargelegt, weshalb das exakte Gegenteil, die stärkere Betonung und die offensivere Kommunikation der Grundwerte des Mappings in OpenStreetMap von essentieller Bedeutung für den langfristigen sozialen Zusammenhalt im Projekt ist.

Ein anderer Grundtenor des Dokumentes, welcher recht typisch für derartige Texte mit einer ursprünglichen Bedeutung innerhalb eines recht eng umgrenzten kulturellen Umfeldes ist, welcher aber in einem kulturell vielfältigen Umfeld wie OpenStreetMap hoch problematisch ist, besteht in der Tatsache, dass zentrale Begriffe verwendet werden, ohne sie zu definieren. Dies betrifft im ersten Absatz vor allem neben dem Titel-Begriff diversity (welcher heute im praktischen Gebrauch oft den Charakter eines politischen Kampfbegriffs hat) vor allem das Wort “tolerance”. Ohne eine Definition dieser zentralen Begriffe hängt die Bedeutung des Gesamt-Dokuments maßgeblich von der Interpretation dieser Begriffe ab und wie oben angedeutet fordern hier englische Muttersprachler erfahrungsgemäß eine Deutungshoheit auf Grundlage ihres kulturellen Hintergrundes ein, was noch über die objektive Bedeutung des Dokumentes selbst hinaus die anglo-amerikanische kulturelle Dominanz unterstreicht.

Der zweite Absatz des Dokuments liefert dann eine Erklärung für die Motivation für das ganze Statement. Dass der primäre Nutzen, den man sich verspricht, darin besteht, dass die OSM-Community “stronger and more vibrant” wird, ist eine etwas merkwürdige Wortwahl, die mehr zu einem PR-Statement eines Unternehmens zu passen scheint als zu einem sozialen Projekt wie OSM. Das wichtigste an diesem Absatz ist aber, dass hier die Daten-Qualität als höchstes inhaltliches Ziel des Projektes postuliert wird (“create a better map”) – ganz im Gegensatz wiederum zu unseren traditionellen OpenStreetMap-Werten (wie “community cohesion over data perfection”).

Der dritte Absatz ist schließlich der Kern des ganzen Dokumentes, denn hier wird die anfängliche universelle Regel der nicht-Diskriminierung (jeder ist willkommen) konkretisiert. Hier liegt ein weiterer innerer Widerspruch des Dokumentes. Es werden eine Reihe von Aspekten aufgezählt, nach denen nicht diskriminiert werden darf aber es wird gleichzeitig betont, dass diese Liste nicht vollständig ist und auch nach anderen Dingen nicht diskriminiert werden darf. Formell ist diese explizite Liste dadurch irrelevant.

Der Grund, weshalb solche Listen dennoch in derartigen Dokumenten sehr weit verbreitet ist, liegt darin, dass die Bekämpfung von Diskriminierungen in der Praxis oft wiederum durch diskriminierende Maßnahmen erfolgt. Und die Liste entscheidet dann darüber, welche Diskriminierungen schlimmer sind als andere – frei nach dem Motto: All people are equal but some are more equal than others.

Die Liste hat also bei einer potentiellen praktischen Durchsetzung der postulierten Grundwerte durchaus Relevanz und sie verrät auch einiges über die ihrer Erstellung zugrunde liegenden politisch-weltanschaulichen Werte.

Die vollsändige Liste: age, culture, ethnicity, gender identity or expression, national origin, physical or mental difference, politics, race, religion, sex, sexual orientation, socio-economic status, and subculture.

Interessanter als das, was auf der Liste drauf steht ist natürlich das, was nicht drauf steht. Insbesondere

  • es fehlt “language” – das Ausmaß an kognitiver Dissonanz, welches erforderlich wäre, um in einem englischsprachigem Dokument die Diskriminierung nach Sprache zu untersagen, ist halt natürlich auch ein bisschen zu viel.
  • es gibt “national origin”, aber nicht “nationality”. Die Diskriminierung nach Staatsangehörigkeit gehört in vielen Ländern dieser Welt, insbesondere natürlich in den USA, halt zum Grundverständnis des Staates.
  • es gibt den grammatisch nicht passenden Punkt “politics”, welcher entweder “political orientation” bedeuten könnte, oder Diskriminierung für irgendwas aus politischen Gründen (“for political reasons”).
  • es gibt keinen Punkt “wealth” (Wohlstand), dafür aber den Punkt “socio-economic status”. Dies ist ein markanter Aspekt, der allen Anti-Diskriminierungs-Dokumenten dieser Art in englischer Sprache, die ich kenne, gemeinsam ist. Dass eine Diskriminierung nach Wohlstand nicht verboten ist, bestätigt schlicht und einfach die Akzeptanz einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung, denn die Diskriminierung nach Wohlstand ist natürlich fundamentale Grundlage des Kapitalismus. Dass der Punkt “socio-economic status” eingeführt wird, ist der Versuch, den grundsätzlichen Widerspruch zwischen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und der Idee der universellen Diskriminierungs-Freiheit zu kaschieren. Denn das Konzept des Sozioökonomischer Status schließt den Aspekt Wohlstand an sich meist explizit aus. Noch ein anderer Aspekt des Punktes “socio-economic status” ist im OSM-Kontext interessant, denn er schließt den Aspekt der beruflichen Tätigkeit mit ein. Das bedeutet im OSM-Kontext, dass eine Diskriminierung aufgrund der beruflichen Tätigkeit – zum Beispiel indem ein bezahlter Mapper irgendwie anders behandelt wird als ein Hobby-Mapper – explizit von diesem Grundwerte-Kanon verboten wird.
  • ein letzter Punkt noch – auch “physical or mental difference” ist interessant, denn “mental difference” schließt recht klar auch das ein, was man im Allgemeinen als Tugenden betrachtet. Dass die Diskriminierung von Menschen aufgrund unterschiedlicher Tugendhaftigkeit von diesem Grundwerte-Kanon abgelehnt wird, hat für die moralphilosophische Betrachtung ggf. eine erhebliche Bedeutung.

Man kann also sehen, dass sich hinter dieser oberflächlich vielleicht harmlos erscheinenden Liste von potentiellen Diskriminierungs-Arten eine recht spezifische politisch-weltanschauliche Wertung verbirgt.

Und der vierte Absatz greift schließlich noch einmal das Thema Sprache auf, welches im vorherigen Absatz wie erwähnt explizit ausgespart wurde und postuliert, dass die englischsprachige Dominanz zu den unveränderlichen Kernprinzipien des Projektes gehört. Das ist hochgradig bemerkenswert wie Roland auf osmf-talk bereits angedeutet hat. Was dann im Weiteren noch angedeutet wird ist, dass die sprachliche Vielfalt im Projekt ausschließlich als Domäne der local chapters angesehen wird und dass sich die OSMF über “encouragement” hinaus hier in keinerlei Verpflichtung sieht. Deutlicher lässt sich die englischsprachige Dominanz in der Organisation und die damit zwangsläufig verbundene kulturelle Einseitigkeit eigentlich nicht mehr kodifizieren.

Schlussfolgerungen

Die meisten dieser Faux-pas im Text sind natürlich nicht explizit vom OSMF-Vorstand da eingebaut worden, sondern sind Resultat der gedankenlosen Übernahme aus dem Python-Dokument. Das Ganze war also sicherlich nicht schlecht gemeint, aber dennoch recht offensichtlich total schlecht durchdacht und ist deshalb am Ende vor allem in Hinsicht des Signals, welches damit an die weltweite OSM-Community gesendet wird, ein ziemlicher Albtraum. Und so leid es mir tut – es zeigt, dass man kollektiv aus dem Debakel der Krim-Entscheidung nichts gelernt hat. Damals hat der OSMF-Vorstand die Grundwerte des Projektes in Form der Vor-Ort-Überprüfbarkeit der Daten in einer Einzelfall-Entscheidung zum Appeasement gegenüber einem laut empörten Mob zum Erhalt eines vermeintlichen Friedens in der OSM-Community geopfert und damit die Glaubwürdigkeit der OSMF als Garant der Grundwerte des Projektes nachhaltig beschädigt.

Ich war eigentlich gewillt, dem neuen OSMF-Vorstand ein bisschen Vorschuss-Lorbeeren zu gewähren. Aber diesen Bruch mit allen bisherigen Gepflogenheiten indem man Überfall-artig einen neuen Grundwerte-Kanon beschließt, und dann auch noch derartig undurchdacht in der Ausführung, ist da ein bisschen zu viel.

Aber Christoph wird jetzt manch einer sagen, gegen Diskriminierung zu sein ist doch etwas universell Gutes – wie kann man denn dagegen sein? Nein, ist es nicht. Dass Diskriminierung so etwas absolut böses ist, dass man dessen Bekämpfung als absoluten Wert über alles andere stellen muss, ist ein spezifischer Wert eines äußerst engen Kulturkreises. Wer diesen Wert jetzt als Grundwert der gesamten weltweiten OSM-Community postuliert, ohne sich vorher einer offenen und sachlichen Diskussion zu stellen, in wie fern dieser mit grundlegenden moralischen Prinzipien vereinbar ist, der handelt kultur-imperialistisch.

Und auch wenn sich eine bedingte Ablehnung von Diskriminierung (zum Beispiel wenn grundlos oder willkürlich) aus vielen ethischen Theorien ableiten lässt, gilt ganz Allgemein: Moral ist kein Wunschkonzert. Man kann sich aus moralischen Grundsätzen nicht einfach die Dinge herauspicken, die einem gerade in den Kram passen und den Rest ignorieren. Dann handelt man nicht moralisch, sondern opportunistisch.

Wie wird es jetzt weiter gehen?

Der Vorstand hat sich eine kleine Chance gelassen, um diese Hypothek wieder abzulösen, indem er nämlich beschlossen hat, ein Komittee zur Weiterentwicklung dieses Grundwerte-Kanons und zur Ableitung weiterer Maßnahmen daraus einzusetzen. Wenn dieses Komitee aus verantwortungsvollen und mutigen Leuten zusammengesetzt wird, die bereit sind, sich über ihren Auftrag ein bisschen hinweg zu setzen und das ganze Dokument grundlegend im Sinne der Grundwerte von OpenStreetMap zu überarbeiten und zu revidieren, dann könnte die OSMF diese Scharte wieder ausmerzen.

Sollte eine derartige Revision nicht stattfinden und eventuell sogar das einzusetzende Komitee die skizzierten Werte weiter ausbauen, dann bedeutet dies, dass sich die OSMF vom Ziel, die OSM-Community in ihrer gesamten Vielfalt gleichberechtigt zu unterstützen und zu repräsentieren, verabschiedet und stattdessen versucht im Stil vieler anglo-amerikanischer Projekte das in der Organisation dominierende und jetzt auch codifizierte kulturelle Wertesystem in kolonialer Tradition in die OSM-Community zu projizieren.

Ob das gelingen würde steht auf einem ganz anderen Blatt. Der Einfluss der OSMF auf OpenStreetMap steht und fällt mit der Akzeptanz der Organisation als positive Kraft im Projekt. Bereits jetzt ist ziemlich klar absehbar, dass der OSMF-Vorstand mit dieser Maßnahme den Arbeitsgruppen eher einen Bärendienst erweist, denn die Rekrutierung neuer Freiwilliger – eines der großen aktuellen Probleme der OSMF – wird, wenn man von Allen erst einmal die Unterordnung unter ein für die meisten sowohl sprachlich als auch kulturell fremdes Grundwerte-System fordert, nicht gerade einfacher. Darüber hinaus müssen potentielle Freiwillige die englischsprachige und anglo-amerikanische kulturelle Dominanz in der OSMF nicht nur für den Einstieg akzeptieren mit der gegebenen Hoffnung, dass sie durch Engagement daran mit der Zeit und mit Hilfe anderer vielleicht ein bisschen was ändern können, sondern sie müssen dies als dauerhaft kodifizierten und gewünschten Zustand hinnehmen. Nicht nur das – der neue Grundwerte-Kanon sagt ja sogar im Grunde fast explizit, dass man sich wenn man nicht flüssig Englisch spricht doch bitte eher in einem der local chapters engagiert als in der OSMF.

Non-authoritive English translation from deepl.com:

The OSMF Board of Directors decided yesterday at its monthly board meeting to adopt a new values document after it was presented to OSMF members two and a half hours earlier. I would like to take a critical look at the content of this document.

Why am I doing this in German? Firstly, because I decided some time ago that I prefer not to have discussions about diversity and values in OpenStreetMap in English, to make it clear to native English speakers that they cannot demand the right to interpret the terms used. Secondly, because the German language has the only suitable genre for this work – the Verriss.

The Prehistory

A brief summary of the background: After the last OSMF board elections, there was some dissatisfaction with the results from those who had hoped for something different. And because Twitter is known to be a good source of collective outrage, a veritable OSM bashing with the basic tenor that it’s time for this domain of patriarchy to finally get its place in a decent hierarchy according to the values and principles that are part of this filter bubble.

And the newly elected OSMF board seems to have been a bit of a pain in the ass about it. This led to Guillaume’s unexpected proposal to found a diversity working group in the first board meeting in December. I wrote already a rather critical comment and the reaction was also otherwise rather restrained. There was then in the new year an entry in Mikel’s diary but apart from a few detailed comments and the usual political positioning, not much came out publicly. Which is understandable. When the board of directors leans out of the window with the plan to found a working group from the top down, then most of them wait and see where the journey will lead to. Apart from that, at least for outsiders, not much happened until Guillaume presented the document a few hours before the board meeting.

The problem the board faced was that apparently as abstract as the project was presented to a diversity working group, nobody wanted to be hitched to the cart. So I thought to myself that as a board member you have to do a little bit of preliminary work to give the project the necessary push. So we need a basic document. Something that people can identify with and that motivates people to get involved. But if not stealing, where do you get it from? Oh, wait – in the world of free licenses, stealing is no problem. So where do you go if you are looking for a basic document on diversity in an organization with English-speaking dominance? Correct: In an even more English-speaking and Anglo-American-culturally dominated technology project, in this case Python.

When the link to the Python project together with a link to Twitter appeared on the agenda of the board meeting some time ago without any further explanation, it was worthy of Facepalm – but I originally thought: There are experienced people on the board and I really just like many others often enough emphasized that OpenStreetMap is not a 08/15 tech project and I don’t have to repeat it now like a senior teacher…

The text

But enough of the prehistory, let’s just have a look at the text.

The whole thing is not a practical set of rules with commandments and prohibitions, it is a general declaration of values and intentions. But in contrast to our traditional values document, which describes the project’s values and tells the reader what principles his participation in the project should be based on, this new document claims to speak for the project and all those involved in it in the “we” form. Thus, the focus is no longer on explaining to the individual under which parameters his or her participation in the project is acceptable and desirable, while outside the project he or she can do whatever he or she wants, but collectively for the entire community a system of core values is defined, to which one can be considered either subordinate or simply not a member of this postulated community.

That at the same time it is claimed that everyone, really everyone, is welcome is one of the fundamental contradictions and problems of the document. This postulates a truly absolutist claim of these fundamental values. Only the acceptance of this canon of basic values decides whether someone belongs to the community or not. And in the end, of course, this also means that acceptance and appreciation of the traditional core values of mapping in OpenStreetMap is not mandatory. These are – without this being explicitly mentioned – clearly subordinate to them due to the absolutist statement that really without exception everyone who submits to these new core values is welcome. I have already explained on several occasions in the past why the exact opposite, the stronger emphasis and the more offensive communication of the basic values of the mapping in OpenStreetMap is of essential importance for the long-term social cohesion of the project.

Another basic tenor of the document, which is quite typical for such texts with an original meaning within a rather narrowly defined cultural environment, but which is highly problematic in a culturally diverse environment like OpenStreetMap, is the fact that central terms are used without defining them. In the first paragraph, this applies not only to the title term diversity (which in practical use today often has the character of a political struggle term), but above all to the word “tolerance”. Without a definition of these central terms, the meaning of the document as a whole depends largely on the interpretation of these terms and, as indicated above, experience shows that native English speakers claim the right to interpret the document on the basis of their cultural background, which underlines the Anglo-American cultural dominance beyond the objective meaning of the document itself.

The second paragraph of the document then provides an explanation of the motivation for the whole statement. The fact that the primary benefit expected is that the OSM community will become “stronger and more vibrant” is a somewhat odd choice of words that seems more appropriate for a company’s PR statement than for a social project like OSM. The most important thing about this paragraph, however, is that it postulates data quality as the project’s ultimate goal (“create a better map”) – in contrast to our traditional OpenStreetMap values (like “community cohesion over data perfection”).

Finally, the third paragraph is the core of the whole document, because here the initial universal rule of non-discrimination (everyone is welcome) is concretized. Here lies another internal contradiction in the document. It lists a number of aspects according to which discrimination is not allowed, but at the same time it emphasizes that this list is not complete and that there are other things that are not allowed to be discriminated against. Formally, this explicit list is therefore irrelevant.

The reason why such lists are nevertheless very widespread in such documents is that in practice, discrimination is often combated through discriminatory measures. And the list then decides which discriminations are worse than others – along the lines of: All people are equal but some are more equal than others.

The list is therefore relevant to the potential practical implementation of the postulated basic values and it also reveals a great deal about the political and ideological values on which it is based.

The complete list: age, culture, ethnicity, gender identity or expression, national origin, physical or mental difference, politics, race, religion, sex, sexual orientation, socio-economic status, and subculture.

More interesting than what is on the list is of course what is not on it. Especially

  • there is a lack of “language” – the amount of cognitive dissonance required to prohibit discrimination by language in an English language document is, of course, also a bit too much.
  • there is “national origin”, but not “nationality”. Discrimination according to nationality is part of the basic understanding of the state in many countries of the world, especially of course in the USA.
  • there is the grammatically not fitting point “politics”, which could mean either “political orientation”, or discrimination for political reasons.
  • there is no point “wealth”, but there is the point “socio-economic status”. This is a striking aspect common to all anti-discrimination documents of this kind in English that I know of. The fact that discrimination on the basis of wealth is not prohibited simply confirms the acceptance of a capitalist social order, because discrimination on the basis of wealth is of course the fundamental basis of capitalism. The introduction of the point “socio-economic status” is an attempt to conceal the fundamental contradiction between the capitalist social order and the idea of universal freedom from discrimination. For the concept of socio-economic status usually explicitly excludes the aspect of prosperity per se. Yet another aspect of [socio-economic status] is interesting in the OSM context, because it includes the aspect of professional activity. In the OSM context, this means that discrimination based on professional activity – for example, by treating a paid mapper in some way differently from an amateur mapper – is explicitly prohibited by this canon of basic values.
  • one last point – “physical or mental difference” is also interesting, because “mental difference” quite clearly includes what is generally regarded as virtues The fact that discrimination against people on the basis of different virtues is rejected by this canon of basic values may be of considerable importance for moral philosophical considerations.

One can therefore see that behind this superficially perhaps harmless list of potential types of discrimination there is a quite specific political-ideological evaluation.

And finally, the fourth paragraph takes up once again the topic of language, which, as mentioned above, was explicitly omitted in the previous paragraph and postulates that English language dominance is one of the unchanging core principles of the project. This is highly remarkable as Roland has already indicated on osmf-talk. What is also implied is that the linguistic diversity in the project is seen exclusively as the domain of the local chapters and that OSMF sees no obligation beyond “encouragement”. It is impossible to codify more clearly the dominance of the English language in the organization and the inevitably associated cultural one-sidedness.

Conclusions

Of course, most of these faux-pas in the text are not explicitly built in by the OSMF board, but are the result of the thoughtless adoption from the Python document. So the whole thing was certainly not badly meant, but still quite obviously totally ill-conceived and therefore in the end, especially in terms of the signal it sends out to the worldwide OSM community, it’s quite a nightmare. And, sorry to say, it shows that collectively nothing has been learned from the debacle of the Crimean decision. At the time, the OSMF board of directors sacrificed the project’s core values in the form of on-site verifiability of data in an individual case decision to appeal to a loudly outraged mob in order to maintain a supposed peace in the OSMF community, thereby sustainably damaging the credibility of OSMF as a guarantor of the project’s core values.

I was actually willing to give the new OSMF board of directors a little advance credit. But this break with all the previous practices of adopting a new canon of basic values like a raid, and then also such a lack of thoughtfulness in its execution, is a bit too much.

But Christoph will now say to some people that being against discrimination is something universally good – how can one be against it? No, it is not. The fact that discrimination is such an absolutely evil thing, that one has to put its fight as an absolute value above everything else, is a specific value of an extremely narrow cultural circle. Anyone who now postulates this value as a fundamental value of the entire worldwide OSM community without first engaging in an open and objective discussion of how far it is compatible with fundamental moral principles is acting in a cultural-imperialist manner.

And even if a conditional rejection of discrimination (for example, if it is unfounded or arbitrary) can be derived from many ethical theories, the general rule is that morality is not a wishful thinking. You can’t just pick and choose from moral principles the things that suit you and ignore the rest. Then you don’t act morally, but opportunistically.

What will happen now?

The Executive Board has given itself a small chance to redeem this mortgage by deciding to set up a committee to develop this canon of basic values further and to derive further measures from it. If that committee is composed of responsible and courageous people who are willing to go a little bit beyond their remit and fundamentally revise and revise the whole document in line with the core values of OpenStreetMap, then OSMF could eradicate this loophole.

If such a revision does not take place, and perhaps even the committee to be appointed will further develop the outlined values, then this means that OSMF will abandon its goal of supporting and representing the OSM community in all its diversity on an equal footing and instead, in the style of many Anglo-American projects, will attempt to project the cultural value system in colonial tradition, which dominates the organization and is now codified in the OSMF, into the OSM community.

Whether this would succeed is a completely different matter. The influence of the OSMF on OpenStreetMap stands and falls with the acceptance of the organization as a positive force in the project. It is already quite clear that the OSMF board of directors is doing the working groups a disservice with this measure, because the recruitment of new volunteers – one of OSMF’s major current problems – will not be made any easier if everyone is first required to submit to a system of basic values that is foreign to most people, both linguistically and culturally. In addition, potential volunteers must accept the English-speaking and Anglo-American cultural dominance in OSMF not only for the sake of getting started, with the hope that by getting involved they may be able to make a difference over time and with the help of others, but they must accept this as a permanently codified and desired state of affairs. Not only that – the new canon of core values almost explicitly says that if you don’t speak English fluently, you are more likely to get involved in one of the local chapters than in OSMF.